BdZA News & Pressespiegel

Dienstag, 19. Januar 2010
Juergen Weitkamp2

Dr. Dr. Jürgen Weitkamp

Detmold. Der langjährige Präsident (2000 – 2008) und jetzige Ehrenpräsident der Bundeszahnärztekammer, Dr. Dr. Jürgen Weitkamp, ist auf Vorschlag des nordrheinwestfälischen Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers von Bundespräsident Horst Köhler mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse geehrt worden. Die Detmolder Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl nahm die Auszeichnung vor.

Weitkamp, 1938 in Bielefeld geboren, gilt seit Jahrzehnten als herausragender Repräsentant der Zahnärzteschaft und hat sich in wissenschaftlichen, berufsspezifischen und standespolitischen Einrichtungen mit einer Vielzahl von Impulsen und Innovationen außerordentliche Verdienste um die ständige Fortentwicklung der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde und die Interessen von Patienten und Zahnmedizinern erworben.

Nach dem ärztlichen und zahnärztlichen Staatsexamen übernahm er Ende 1967 die väterliche Zahnarztpraxis im ostwestfälischen Lübbecke. Sein besonderes Interesse gilt seitdem der Prävention und Implantologie. Daneben wandte er sich vor allem der Behindertenzahnheilkunde zu. 1977 wurde Weitkamp in den Vorstand der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe gewählt, war fast 12 Jahre lang Vorsitzender der Vertreterversammlung der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung und amtierte anschließend bis 2001 mehr als ein Jahrzehnt als Präsident der Zahnärztekammer Westfalen-Lippe mit zum Abschied Ernennung zum Ehrenpräsidenten. In die Münsteraner Ära fallen wegweisende Entscheidungen und Entwicklungen und nahm sein Leitbild der zahnmedizinischen Prävention und Qualitätsorientierung auf vielfache Weise weiter konkret Gestalt an. Mit der Gründung des Zentralinstituts für Helferinnenfortbildung konnten erfolgreich neue Wege bei der Ausbildung der zahnärztlichen Mitarbeiterinnen beschritten werden. Auf Weitkamps Initiative wurden ferner das Konzept „Zahnheilkunde plus“ entwickelt und die „Sprechende Zahnheilkunde“ eingeführt. Mitte der 90-er Jahre folgten die Gründung des Beirats „Qualität“ und für die Bundeszahnärztekammer der Start des Pilotprojekts „Qualitätszirkel“ in Kooperation mit dem Institut der Deutschen Zahnärzte (IDZ). Ein besonderer Meilenstein seiner Präsidentschaft war 1996 der Bau der Akademie für Fortbildung in Münster und die Gründung der „Akademie für freiberufliche Selbstverwaltung und Praxismanagement“. Im Jahr 2000 wurde schließlich die Stiftung „Apollonia“ zur internen und externen Förderung präventionsorientierter Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde ins Leben gerufen.

Sein profundes Wissen und konzeptionelles Denken, sein standespolitischer Weitblick und seine große Wertschätzung weit über die Kollegenschaft hinaus führten im November 2000 in Dresden zu seiner Wahl als Präsident der Bundeszahnärztekammer. An den Beginn seiner ersten Amtsperiode fiel der Umzug der BZÄK vom Rhein an die Spree. Weitkamp führte die Organisation weiter auf den Weg der präventionsorientierten Zahnheilkunde und stetigen Qualitätsverbesserung im Interesse der Patienten. Zugleich wuchs die Akzeptanz der Zahnmediziner als kompetente Gesprächspartner der Politik. In der Gesellschaft konnte das Verständnis der Zahnmedizin als ganzheitliche Gesundheitsvorsorge gefestigt werden. Wenige Monate nach seiner Wahl trat erstmals das von ihm initiierte „Consilium unabhängiger Wissenschaftler“ zusammen. Neuland wurde auch mit dem „Deutschen Zahnärztetag“ beschritten, der 2003 Premiere hatte. 2004 erreichte Weitkamp, der im selben Jahr wieder gewählt wurde, zwei weitere Ziele. Gegründet wurden der „Senat für privates Leistungs- und Gebührenrecht der BZÄK“ und der „Deutsche Rat für Qualität und Sicherheit von Produkten und Systemen der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde“. Nach zwei Amtszeiten legte Weitkamp auf dem Zahnärztetag im Oktober 2008 in Stuttgart die Präsidentschaft in jüngere Hände und wurde zum Ehrenpräsidenten ernannt.

Neben seinem umfassenden Wirken als Zahnmediziner und Standespolitiker engagiert sich der Lübbecker ehrenamtlich regional und bundesweit. Professionell und mit großem persönlichen Einsatz half Weitkamp nach der Wende u.a. beim Aufbau und der ersten freien Wahl der Landeszahnärztekammer Brandenburg und war 1990 Gründungsbeauftragter des Rotary Clubs Quedlinburg. Seit 1997 ist er dessen Ehrenmitglied.

Zahlreiche Auszeichnungen wurden ihm für seine Arbeit in vielen Gremien und Funktionen zuteil. Bereits 1995 erhielt er das Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland, später die Ehrennadel der Deutschen Gesellschaft für Parodontologie, die Goldene Ehrennadel der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) und neben weiteren Würdigungen die Ehrenmitgliedschaft der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGMK). 2009 wurde er Honorary Member der Pierre-Fauchard-Academy und erhielt den „Apollonia“-Stiftungspreis.

Regierungspräsidentin Thomann-Stahl sagte in ihrer Laudatio zur Verdienstkreuzverleihung, das deutsche Gesundheitswesen sei eng mit dem Namen Weitkamp verbunden. Seine Weitsicht, Beharrlichkeit und Kompetenz hätten zu „berufspolitischen Meisterleistungen“ geführt. Der Landrat des Kreises Minden-Lübbecke, Dr. Ralf Niermann, hob hervor, der langjährige Präsident der Bundeszahnärztekammer habe die deutsche Zahnmedizin prägend gestaltet. BZÄK-Vizepräsident Dr. Dietmar Oesterreich nannte die Verleihung des Verdienstkreuzes an Dr. Dr. Jürgen Weitkamp ein „Ereignis für den ganzen Berufsstand“ und lobte: „Sie haben es geschafft, dass die Zahnmedizin in der Mitte der Gesellschaft steht“.


Weitkamp, 1938 in Bielefeld geboren, gilt seit Jahrzehnten als herausragender
Repräsentant der Zahnärzteschaft und hat sich in wissenschaftlichen, berufsspezifischen
und standespolitischen Einrichtungen mit einer Vielzahl von Impulsen und Innovationen
außerordentliche Verdienste um die ständige Fortentwicklung der Zahn-, Mund- und
Kieferheilkunde und die Interessen von Patienten und Zahnmedizinern erworben.
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